15. Salon Schaub mit Petra Rossbrey (Vorsitzende des Präsidiums der Arbeiterwohlfahrt Frankfurt) am 11. November 2023



Einladung zum 15. Salon Schaub am 11. November 2023 
mit Petra Rossbrey (Vorsitzende des Präsidiums der AWO-Frankfurt)

Über 30 Jahre am Flughafen arbeiten, ohne mit der Fliegerei direkt etwas zu tun zu haben? Das geht! Die gelernte Juristin Petra Rossbrey (64) und Mutter von drei Kindern hat das geschafft. Für viele Jahre war sie für die Sauberkeit und das Liegenschaftsmanagement am Frankfurter Flughafen verantwortlich. 



Ihre Altersteilzeit hatte sie sich eigentlich ganz anders vorgestellt, als Freunde sie im Januar 2020 baten, der ins Trudeln geratenen AWO Frankfurt zu helfen. Ohne zu zögern, ließ sie sich in die Pflicht nehmen und übernahm den ehrenamtlichen Vorsitz im Präsidium. Seitdem kümmert sie sich gemeinsam mit Haupt- und Ehrenamtlichen um die Sanierung des Sozialverbandes, ein hartes Stück Arbeit unter den kritischen wie skeptischen Augen der Medien, der Mitglieder, der Politik und der Stadtgesellschaft. Es galt Arbeitsplätze zu sichern, die Gemeinnützigkeit zurückzuerhalten und Projekte, wie das beliebte Schulranzen-Projekt, zu sichern. Wie nach der Aufarbeitung der existenziellen Krise die Zukunft des Sozialverbandes langfristig gesichert werden soll, davon erzählte Petra Rossbrey am 11. November 2023 im Salon Schaub.



Die Arbeiterwohlfahrt (AWO)
Die Sozialdemokratin Marie Juchacz, Frauensekretärin beim Parteivorstand der SPD und Mitglied der Weimarer Nationalversammlung stellt aufgrund der Not nach dem Ersten Weltkrieg am 13. Dezember 1919 in der SPD den Antrag auf Einrichtung einer „sozialdemokratischen Wohlfahrtspflege“. Auch in Frankfurt am Main waren es Frauen wie Henriette Fürth, Johanna Kirchner, Meta Quarck-Hammerschlag, Marie Bittorf und Johanna Tesch, die ab 1919 die Gründung des Kreisverbandes prägten. Die Weltwirtschaftskrise, die Notverordnungen und die instabilen Verhältnisse der Weimarer Republik machten die Arbeiterwohlfahrt bald unentbehrlich. Im Nationalsozialismus werden viele führende Frauen und Männer der Arbeiterwohlfahrt verfolgt und ermordet. Nach dem Zweiten Weltkrieg finden sich in den Trümmern der Stadt Frankfurt, in der noch immer 230.000 Menschen leben, alte und neue Freunde der Arbeiterwohlfahrt wieder zusammen, um die soziale Arbeit neu aufzubauen. Heute engagieren sich zirka 2.500 Mitglieder in der AWO-Frankfurt für Gerechtigkeit und Solidarität, Vielfalt und Frauenrechte im Frankfurter Kreisverband. Und für ein menschenwürdiges Leben, das allen Menschen in dieser Stadt die Chance auf eine gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht.