Mittwoch, März 02, 2005

Sex mit dem Staubsauger

Hab gestern Peter und Trulli von der Lesung mit der Grimme-Preisträgerin Charlotte Roche in Flensburg erzählt, die auch in Kiel angekündigt war. Über "Penisverletzungen bei Masturbation mit Staubsaugern". 

Das ist nämlich der Titel einer Doktorarbeit, die im November 1978 an der Urologischen Klinik der TU München veröffentlich wurde. pi hat mir schon in den Neunzigern beim gemeinsamen Tagebuchschreiben von dem Werk erzählt. Sein Vater war damals PR-Chef von Vorwerk, die damals den "Kobold" sehr blumig als ausgesprochen effiziente Haushaltshilfe vermarkteten. Die Service Definition muss ausgesprochen inspirierend gewirkt habe. 

In einem Interview mit "Queer" berichtet Charlotte Roche, dass Ende der Siebziger ganz viele Männer mit absolut identischen Verletzungen in Krankenhäuser eingeliefert wurden. Damals hatte ja fast jede Hausfrau so einen Staubsauger. Und viele Männer hatten alle irgendwann die gleiche Idee. Das ist im Prinzip nicht problematisch. Nur bei einem Kobold ist es leider fatal. Denn der Ansaugstutzen hat nur eine Länge vom 11 cm Länge und 3,5 cm Durchmesser. Danach "traumatisiert" der Propeller - vergleichbar einem Fleischwolf - unerbittlich alles, was länger ist als elf Zentimeter. Der Vorwerk-Slogan lautete damals übrigens "Nur saugen allein genügt nicht". 

Wir liegen vor Trullis Rechner auf dem Teppich und lachen Tränen über Staubsaugergeräusche.