Montag, November 28, 2005

Bomben-Sonntag in der Hanauer

Hab gestern nen Bomben-Sonntag erlebt. Sehr hübsch, wenn der Sprengmeister sich verschätzt und die Wände nicht so fallen, wie sie sollen. Aber als Event-Managerin bleibt man natürlich an Deck und filmt mit dem Technik-Chef die einstürzenden Neubauten im Morgengrauen. 

 Ein Abbruchunternehmen hat gestern morgen das achtstöckige Giel-Hochhaus in der Hanauer Landstrasse 200-202 gesprengt. Geht schneller als „Rückbau“, hat der zuständige Bauleiter treuherzig der anwesenden Presse versichert. OK, hat rechts und links nicht sooo ganz perfekt gepasst und beim Mövenpick in der Hanauer 204 und beim Fernsehreparateur Häßler eine Wand gleich mit in die Läden gebombt. In das klaffende Loch strömte dann auch noch Wasser aus einem abgerissenen Heizungsrohr. 

Was ein THW-Mitarbeiter mit dem Satz "Wenn´s en Audo-Unfall wär´, würd isch jetzt saache, dass des en Totaal-Schade wär´." kommentierte. Bei Claranet ging nur eine Doppelglas-Scheibe zu Bruch, als die Gesteinsbrocken über den Hof von "Das Leben ist schön" flogen. Und ein Gefühl von 11. September hinterließen. Sieben Kilogramm Sprengstoff in 174 Bohrlöchern in den Pfeilern leisteten ganze Arbeit. 

Das Grollen der Sprengung fühlt man übrigens ziemlich tief im Bauch. Unser Technik-Chef hatte prophylaktisch erstmal Alarmstufe Rot ausgegeben. Wer weiß schon im voraus, wie die Klimaanlage im Rechenzentrum und der Backbone den sauber geplanten „Anschlag“ in der Nachbarschaft überstehen? Als sich der Rauch verzieht, wird klar, dass es auch das Trafo-Häuschen der Mainova in der Hanauer Landstrasse 198 erwischt hat. 

Da steht seit heute morgen ein Bagger und buddelt armdicke Leitungen aus dem Schutt.