Montag, März 13, 2006

In Frankfurt wackelt der (Kuh)Stall

Also, ich tauch mal für ein paar Minuten aus´m kommunalen Kuhstadl auf und berichte live aus dem Wahlkampf:

1. Es gab ne Menge Aufregung um den SPD Kino-Spot mit ner niedlichen Kuh (kuckst Du hier: http://www.spd-frankfurt.de/infomaterial/downloads/SPD_SPOT_M.mp4)

2. Die Statistik von www.spd-frankfurt.de sagt, dass der Kuh-Trailor die letzten 4 Tagen knapp 30.000 mal runtergeladen wurde (sind sicher alles Fliegen, die sich im Stall mal nen Bild von der Kuh-Kacke machen wollten)

3. Richtig aufgeregt haben sich eigentlich nur die üblichen Verdächtigen, die da wären:

a) Die CDU. Das kommt wie ne Mischung aus Neid und Psychostress rüber. Denn seit wann haben Mütter (dafür steht für die Schwarzen die Kuh) guten Sex (dafür gibt es bezahlte Professionelle). Da kam das Weltbild ins Wackeln, besonders als einige tapfere Sozialdemokratinnen sagte: Ja, wir machen lustvoll Politik, als Mütter und in Straps, je nachdem, was uns nutzt und wir haben Spaß dabei. Juchu 
b) Dass das politisch nicht korrekt ist, hat uns meine Vorturnerin Ulli Nissen von der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) belehrt. Und ich überleg gerade, wie ich aus der ASF austrete (ist man per Geschlecht Zwangsmitglied). Denn mit so beknackten Quotentussis hab ich nix am Hut. Warum kann Politik keine lustvolle Angelegenheit sein? Bin ich ne dumme Kuh, weil mich so ein Spot amüsiert? Also: Mir gefällt das braune Mistvieh, die klimpert so schön wie Bambi mit den Wimpern, sucht eine Lösung, um den ach´ so störrischen Wähler (dafür steht der schwarze Stier, nein, damit ist nicht Udo Corts gemeint) zu becircen. Und lässt auch mal den Stall wackeln, um zu signalisieren: "Ja wir leben noch". Trotz Mehrwertsteuererhöhung und Rentenloch und Vogelgrippe und überhaupt, die Lust am Leben ist noch da. 

"Bösartig" findet der Psychoanalytiker Rolf Haubel im Interview mit der Frankfurter Rundschau vom 10.03.2006 den Comic-Strip nicht. Auch nicht frauenfeindlich. "Wenn man das für frauenfeindlich hält, wären 95% der Werbung frauenfeindlich", erklärte der Professor, der das Sigmund Freud-Institut zusammen mit Marianne Leuzinger-Bohleber leitet.

Der Clip macht mehr Spaß als Infostände und Plakatierung bei Minus 4 Grad Celsius.