Samstag, Juni 10, 2006

Ballermann auf dem Römerberg

Alsoooooooooooo Leute, Engländer in größeren Rudeln sind echt die Härte. Die haben heute nach dem 1:0 gegen Paraguay einfach unsere "Gut Stubb" verwüstet. Stell man sich mal vor, was die "Sun" oder der "Daily Mirror" mit uns machen würden, wenn die Deutschen sich nach nem 1:0 im Wembley-Stadion vor dem königlichen Palast in London so aufgeführt hätten. Bei Justitia ist das Schwert weg (abgebrochen?). Die Gute wurde behütet, in eine englische Fahne gehüllt und mit einem Plastik-Bomber über der Waage ausgestattet. Die Blumen auf der Brüstung um den Gerechtigkeitsbrunnen sind zertrampelt, die Blumentöpfe runtergeschmissen. Und Scheiben im Kaisersaal eingeschossen (an der Hauptwache übrigens auch). Als sich ein Amerikaner traute, an Justitia hochzuklettern und ihr eine US-Fahne umzubinden, haben die Engländer den armen Kerl fast gelyncht. Einer ist unter dem "England, England" Gegröhl einiger Hundertschaften alkoholisierter Fans wieder rauf auf Justitia, um die US-Fahne herunterzuholen. Hab ich auch als Movie. Drei Mexikaner, die sich auf den Brunnen fürs Erinnerungsfoto mit mexikanischer Fahne trauten, wurden von der Menge gnadenlos ausgepfiffen und ins trübe Bier-Brackwasser geschubst. Die Polizei, die mit maximal 100 Leuten versucht hat, das Fantreiben in geordnete Bahnen zu lenken, hatte in Anbetracht der britischen Übermacht von mindestens 1000 alkoholisierten Fans keine Chance. Zivilcourage hätten die Briten wahrscheinlich als Heroismus an der falschen Stelle interpretiert. Justitia ist voll "die" Trophäe dieser unmöglichen "Gäste". Ok, ich sag´ jetzt einfach mal "Inselaffen", dann bin ich wieder nett und eine höfliche Gastgeberin. Aber hier wurde heute abend unsere Gastfreundschaft ein bissi missbraucht. Man muss aus dem Römerberg nicht nen Ballermann machen. Die armen Kölner, dort spielt England am 20. Juni gegen Schweden das letzte Gruppenspiel. Ob die dann den Dom in Kölle lassen?

*seufz*. Wenn das jeden Tag so geht, dann wird die deutsche Gastfreundschaft auf eine harte Probe gestellt.