Sonntag, Dezember 31, 2017

Totengräbers Tochter - Rezensionen auf Amazon (2017)



Der Tote im Golfbag (22. November 2017)

Krimis, die in Frankfurt spielen, muss ich lesen…
Beschreibung des Buches: Die Autorin Hanna Hartmann hat bereits mit „Tod im Licht der Luminale“ und „Darling“ zwei Frankfurt Krimis veröffentlicht. „Totengräbers Tochter“ ist 2017 als Taschenbuch mit 201 Seiten im Societäts-Verlag erschienen. Auf dem Titelbhttps://www.amazon.de/gp/vine/reviewild sieht man eine Abflugtafel (es handelt sich hier nicht um die große Abflugtafel am Frankfurter Flughafen, diese ist nämlich aktuell noch die einzige mechanische Tafel, die im Einsatz ist).
Kurze Zusammenfassung: Am Frankfurter Flughafen wird in einem Golfbag die Leiche eines Mannes gefunden. Zwischen Flughafengegnern und im Gewühl von gestrandeten Passagieren, die wegen eines Gewitters am Boden bleiben müssen, finden die Ermittlungen statt.
Mein Leseeindruck: Der Krimi beginnt vielversprechend: die Leiche in der Golftasche, die Montagsdemo am Frankfurter Flughafen und ein Gewitter - dies alles als Auftakt finde ich sehr gelungen. Doch dann flacht der Krimi nach meinem Geschmack ab.Auch wenn in diesem Frankfurt Krimi viele mir bekannte Örtlichkeiten genannt werden, so spielen sie doch eher eine untergeordnete Rolle und wirken oftmals nur aneinandergereiht (z.B. Haltestellen). Weitere Beschreibungen von Schauplätzen finden kaum statt, da dieser Krimi auf das gesprochene Wort setzt, was ich mag.Die Handlungen werden wechselweise aus Sicht des Täters (KEIN SPOILER: der dem Leser schon zu Beginn bekannt ist) und aus Sicht der ermittelnden Kommissarin Edith beschrieben. So ist man als Leser mitten im Geschehen.Das Ende kommt sehr plötzlich und lässt mich etwas ratlos zurück. Irgendwie hätte man aus dem vielversprechenden Anfang mehr machen können…
Fazit: Ein kurzweiliger Krimi mit ein wenig Lokalkolorit, der leider am Ende schwächelt.

Lustvolles Lesevergnügen mit Totengräbers Tochter (9. August 2017)

Herrlich spannend und flott kommt Hanna Hartmanns dritter Krimi daher. Ein sommerliches Lesevergnügen dies besonders für jene, die wie ich in Sachsenhausen wohnen und die örtlichen Gegebenheiten sowie das menschliche Beziehungsgeflecht rund um den Frankfurter Flughafenstreit kennen. Wundervoll wie die Autorin die "indirekte" Hauptperson (siehe Titel : "Totengräbers Tochter") beschreibt. Erfrischend, mit wieviel Witz, Ironie, gelegentlich auch einem Schuss Sarkasmus sie deren Gefühlswelt, ihr äußeres Erscheinungsbild , ihr Verhalten und ihre Redeweise auf die Schippe nimmt. Aber nicht nur sie, sondern auch manch andere handelnde Personen bekommen ihr Fett weg. Weitere gehässige, untereinander zerstrittene Fluglärmgegner, die der angeblich "gerechten" Sache wegen vor keiner menschlichen Verletzung zurückschrecken, geltungsbedürftige Journalisten, die Respekt und Anstand anderen gegenüber vermissen lassen nur um ihre Story zu landen. Auch die Kommissarin zeigt sich eher müde und hilflos als tatkräftig und begeistert! Der eigentlich sympathische ist der Mörder, der sich zu Verantwortung , Moral und Reue bekennt und dem nur Genüge tun kann, indem er "über Leichen" geht. Toll, mal ein Krimi der anderen Art! Flüssig, rasant und ehrlich geschrieben. Ich werde ihn weiterempfehlen! 5 Sterne von mir.

Rasant und viele Dejavus (9. August 2017)

Wenn Politik zum Krimi wird - unter diesem Motto stehen alle Bücher der Lokalautorin Hanna Hartmann. Dem bleibt sie auch in ihrem dritten und in meinen Augen besten Krimi um die Kommissarin Edith Tannhäuser treu. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind wie so häufig rein zufällig und haben rein gar nichts mit realen Fakepersonen bei Facebook zu tun (deren Profile heute übrigens alle gelöscht sind)... Ein Schelm, der da Böses denkt, betrachtet man die bis heute anhaltenden Montagsdemos in der Halle A und die landespolitischen Demonstrationen bei allen Parteien und ihren Parteitagen der Fluglärmgegner... Wenn man das Buch in die Hand nimmt, möchte man gar nicht mehr aufhören zu lesen. Detail- und facettenreich werden nicht nur die Protagonisten beschrieben, auch die Einblicke über die Abläufe am Frankfurter Flughafen, die Gepäckabfertigungsanlage geben fundierte Einsichten hinter die technisch hochkomplexen Abläufe und führen dazu, dass man Fraport plötzlich noch einmal mit ganz anderen Augen sieht.

Ein Stück Heimat (23. Juli 2017)

Ich sitze am Ostseestrand in einem Korb und habe mir aus Frankfurt H.Hartmanns neuesten Krimi mitgenommen.Schon auf den ersten Seiten habe ich Kopfkino als würde ich mich in meiner Heimat gerade in der S-Bahn , am Flughafen oder in Sachsenhausen Süd befinden. Der Bezug auf Flughafen App und Facebook Intrigen lässt einen die ganze Story als noch realistischer erscheinen. Außerdem bekommt wieder etwas mehr Einblick in Edith Tannäusers Seelenleben , so dass die Vorfreude auf den 4.Roman schon entfacht ist. Grüße vom Strand

Rasante Geschichte mit viel Lokalkolorit (19. Juli 2017)

Der Flughafen Frankfurt lässt niemanden kalt – man liebt die Aura der großen weiten Welt oder hasst den Fluglärm, man lebt vom Flughafen oder zähneknirschend daneben. In diesem Wirbelwind von Widersprüchen spielt der neue Roman von Hanna Hartmann, Totengräbers Tochter. Drogenkuriere, Flughafenausbaugegner, operative Mitarbeiter, die bei Gewitter den Betrieb mit aller Kraft und vielen Flüchen aufrechterhalten werden vorgestellt und plastisch geschildert. Der Leser kann sich auf eine rasante Geschichte mit viel Lokalkolorit freuen. Im Mittelpunkt der Story steht Jack, der als Drogenkurier wegen des von ihm mitverschuldeten Tod seiner Freundin aussteigen will, was natürlich ein Drogenkartell, das auf die Loyalität seiner „Mitarbeiter“ baut, nicht so einfach hinnehmen kann. So kommt es zu einem Todesfall und die Leiche bringt die Abläufe am Flughafen noch mehr durcheinander als das Gewitter und die parallel stattfindende Montagsdemo. Kommissarin Edith Tannhäuser, mehr durch Zufall an den Ort des Geschehens gespült, kämpft mit den Tücken der modernen Technik und versucht, das System Flughafen zu durchschauen, in der Hoffnung, damit der Lösung des Falles näherzukommen. Auch die Flughafenausbaugegner spielen eine wichtige Rolle, ist doch die Wortführerin – wie man es sehen will – immer zur falschen Zeit am falschen Ort und wird dadurch eher unfreiwillig in das Geschehen verwickelt, versucht es aber auch gleich, für ihre Zwecke auszunutzen.
Hanna Hartmann entwickelt ihre Geschichte mit viel Liebe zum Detail – insbesondere was die politischen Auseinandersetzungen rund um den Flughafenausbau betreffen. Das Ende ist allerdings etwas überraschend und hat etwas von Deus ex Machina, fügt sich nicht so richtig in den bisherigen Ablauf ein. Auch die Figur des Jack bleibt etwas blass, so richtig nimmt man ihm die Seelenqualen über den Tod seiner Freundin nicht ab. Der Geschichte hätte es auch gut getan, etwas weniger Kenntnisse über den Flughafen spazieren zu führen, einige Dialoge werden so doch etwas hölzern. Trotz dieser kleinen „Mängel“ ist Totengräbers Tochter eine vergnügliche und spannende Urlaubslektüre und wird alle freuen, die schon immer mehr über den Flughafen wissen wollten und diejenigen ärgern, die sich schon immer über den Flughafen aufregen wollten.

Lesenswert (14. Juli 2017)

Hanna Hartmann führt uns in ihrem spannenden, kurzweiligen, dritten Frankfurtkrimi rasant durch die schnelllebige Zeit. Zeigt, wie schnell man zum Gespött wird, wie schnell Wut in Hass umschlägt, wie schnell Arbeit zum Lebensersatz wird und auch wie schnell man zum Mörder werden kann. Wir folgen ihr ins Wasser des Stadionbads, steigen mit ihr in die Luft mit einer 747, durchwandern unter der Erde die Labyrinthe des Flughafens und geraten am Ende ins Feuer der Waffen der Zukunft. Hartmann springt zum dritten Mal vom 10-Meter-Turm nicht so elegant wie bei ihrem Erstling „Darling“, aber allemal lesenswert.

Ein Buch wie der Frankfurter Flughafen (13. Juli 2017)

Rasant, sprachlich oft drastisch, mit hoher Ereignisdichte, und immer wieder kann einem fast schwindelig werden, weil verschiedene Welten so ungebremst aufeinanderprallen. Ein Krimi, der wirkt, als sei er inmitten der Hektik des Frankfurter Flughafens geschrieben, oder in der überfüllten S-Bahn dort hin - vielleicht wurde er das auch, zumindest teilweise.
Was zunächst vielleicht zu plakativ wirkt, was zum Teil fast schon wirkt, als hätte die Bildzeitung es formuliert - etwa Sätze wie "Die aufgespritzten Lippen der Mops-Besitzerin bebten. Ruckartig zog sie den erschrocken aufjaulenden Hund in ihre von champagnerfarbenem Seidenchiffon umflossenen Oberame" - bekommt eine zweite Bedeutungsebene, wenn man berücksichtigt, dass die Welt des Flughafens tatsächlich so ist - bunt, anstrengend, krass, Melting Pot eben, wo unterschiedlichste, teils extreme Menschen aufeinandertreffen.
Internationale Kriminalität geschieht parallel zu den Belangen provinzieller, naiver oder auch nur vollkommen selbstbezogener Menschen, sei es dass sie in den Urlaub fliegen, oder gegen Fluglärm protestieren, und meist nicht einmal ansatzweise mitbekommen, was sich um sie herum ansonsten abspielt. Auf der einen Seite ist da etwa die egozentrische Piefigkeit einiger in Vereinen und Bürgerinitiativen engagierten Bewohner der sehr kleinen Großstadt Frankfurt, die dankenswerterweise der Globalisierung trotzen - aber für das Ziel, ihre heile, von Jägerzaun umstellte kleine Welt zu erhalten, durchaus rücksichtslos und verbissen kämpfen. Und sich in diesem Punkt gar nicht mal so sehr unterscheiden von den international agierenden, kriminellen oder auch juristisch gesehen nicht kriminellen Geschäftsleuten, für die Frankfurt nur ein Drehkreuz ist und die für ihr Ziel - Profit - skrupellos agieren. Die Autorin widmet sich einiger dieser Flughafen-Parallelwelten, und natürlich kommt es zu Kollisionen, mit mehr als nur einem Toten - mehr soll hier nicht verraten werden.
Die Story wirkt an einigen Stellen extrem fiktional, reißerisch fast. Andererseits, wenn man auch nur am Rande Berichte über Kriminalität und andere Vorfälle am größten europäischen Flughafen verfolgt, ist sie wahrscheinlich völlig realitätsnah.
Extra-Feature: Kennerinnen und Kennern der Frankfurter Lokalpolitik rund um das Thema Flughafen und Fluglärm wird an so einigen Stellen ein zusätzliches Insider-Schmunzeln entlockt werden.

lokal interessanter Krimi für Menschen, die sich in der Rhein-Main-Region auskennen (12. Juli 2017)

Hier werden Fakten in einem wirklich spannenden Krimi verarbeitet, die sich so zugetragen haben. Natürlich kommen hier auch Personen zum Tragen, die hier ihre unsauberen Geschäfte machen und dann ganz plötzlich anderen Menschen gegenüberstehen, die stark politisch motiviert sind und wenn man einmal sich die Berichte im Fernsehen und Radio vor Augen führt, merkt man plötzlich, es ist nicht alles eine Fiktion, sondern viele ganze wahre Begebenheiten. Alles in allem sehr spannend und unterhaltsam. Man könnte aus der Geschichte sogar einen interesanten Film herstellen mit Frankfurt-Bezug. Ich finde das Buch empfehlenswert

Starker Anfang, schwaches Ende... (7. Juli 2017)

Die Kommissarin Edith Tannhäuser ermittelt in einem Mordfall am Flughafen Frankfurt. Sie ist zufällig vor Ort am Flughafen, als dort eine Leiche aufgefunden wird in einer Golftasche! Auch Jack, der Mörder, der in den Drogenschmuggel verwickelt ist, befindet sich noch am Flughafen. Nun beginnt für ihn ein Lauf gegen die Zeit, denn er wurde von einer Zeugin mit der Golftasche gesehen! Dazu ist Jack die "Organisation" hinter dem Drogenschmuggel auf den Fersen! Im Grunde dreht sich in dem Krimi alles um den Flughafen Frankfurt. Neben dem Mord, gibt es noch kriminelle Organisationen, Aufruhr durch Fluglärmgegner, Chaos durch das Gewitter!
Die Handlung wird in 50 kurzen Kapiteln aus der Sicht von verschiedenen Personen erzählt. Die kurzen Kapitel und der Wechsel der Perspektiven steigern den Lesefluss und tragen zu der hektischen Flughafenatmosphäre bei. Die Handlungsstränge der einzelnen Personen, über die wir -dank der separaten Charaktereinführung- einige Details aus Ihrem Denken und ihrer Vergangenheit erfahren, werden im Laufe der Geschichte miteinander verbunden. Ich muss leider sagen, dass mir keine der Personen sympathisch waren, höchstens Ediths Sekträterin, Silke. Von der Kommissarin selbst war ich enttäuscht, sie hatte weder Elan noch Biss und war eigentlich nur mit Ihrer schlechten Laune und Kopfschmerzen aufgefallen. Allgemein waren die Personen irgendwie hasserfüllt und wütend, das machte sogar das Lesen an manchen Stellen unangenehm.
Zu Beginn hat das Buch eine starke Handlung: temporeich, mit Untergangsstimmung, am Flughafen herrscht Chaos durch das Gewitter, die einzelnen Stränge kommen zusammen und verleihen Spannung! Leider gibt es ab der Mitte des Buches einen Spannungsbruch und es wird zäh, bis in den letzen paar Kapiteln alles schnell und absurd zum Ende kommt. Die Auflösung war für mich nicht ganz nachvollziehbar und ohne richtige Spannungsaufbereitung. Bin mit einem leichten Gefühl von "Was war das jetzt?" zurück geblieben.
Es ist wirklich schade, dass das Buch den guten Fahrtwind von dem Beginn nicht nutzen konnte und dann an Spannung und Logik verliert!
Ich vergebe trotzdem 3 Sterne, weil der Anfang wirklich sehr vielversprechend war!