Schader Preis 2026 für Prof. Dr. Sebastian Conrad


... war diese Woche zur Verleihung des Schader-Preises 2026 an den Historiker Prof. Dr. Sebastian Conrad in Darmstadt eingeladen. Ein sehr inspirierender Nachmittag, danke Alexander Gemeinhardt für die Einladung.


„Demokratie ist etwas, das wir gemeinsam auf der Tagesordnung haben müssen“, betonte Conrad in seiner Danksagung. Geschichte sei in Deutschland so präsent wie lange nicht mehr: „Geschichte ist ins Zentrum der öffentlichen Debatte gerutscht und zur Münze in der öffentlichen Auseinandersetzung geworden“, so der FU-Forscher. Neben einem großen Interesse an historischer Einordnung sehe er aber auch eine zunehmende Polarisierung des öffentlichen Diskurses. „Vor allem die Kolonialgeschichte ist zu einer Projektionsfläche geworden, auf der die mit der Globalisierung verbundenen Ungleichheiten stellvertretend verhandelt werden. Zugleich reicht sie tief in die deutsche Erinnerungskultur und Geschichtspolitik hinein.“

An der Freien Universität Berlin leitet Conrad u. a. den Master-Studiengang „Global History”, einen gemeinsamen Studiengang der FU und der Humboldt-Universität zu Berlin, und ist Sprecher des Graduiertenkollegs „Global Intellectual History”. 2024 war er für sein Buch „Die Königin. Nofretetes globale Karriere“ für den Deutschen Sachbuchpreis nominiert.

Die Preisverleihung fand am 9. Juni 2026 in der Schader-Stiftung, die seit 1988 den Dialog zwischen Gesellschaftswissenschaften und Praxis fördert, in Darmstadt statt. Mit der Verleihung des Schader-Preises gehört Sebastian Conrad sieben Jahre lang dem Senat der Schader Stiftung an.