9/11 – 25 Jahre danach - Clubabend im Frankfurter PresseClub e.V. am 11. September 2026


... und wie ich die Welt 2001 erlebte.

Der Fotograf Helmut Fricke und der Redakteur Alfons Kaiser waren am 11. September für die Frankfurter Allgemeine Zeitung zur Modewoche in New York, als die Terrorangriffe geschahen. 25 Jahre danach berichten sie im Gespräch mit FAZ.NET Redakteur Cai Tore Philippsen von dem Tag, der die Welt veränderte.


Die Planung der Veranstaltung hat mich an meinen "alten" Job erinnert, als ich für die SPD für www.spd.de als Internetredakteurin verantwortlich war. "Meine" alte Homepage, und nicht nur meine, sondern die aller damals im Bundestag vertretenen Parteien haben ihre Solidarität mit den USA bekundet.


Franz Müntefering hatte im Auftrag von Bundeskanzler Gerhard Schröder mit allen Partei-Pressestellen den Aufruf „Keine Macht dem Terror – Solidarität mit den Vereinigten Staaten von Amerika“ koordiniert - tja lieber Donald Trump, das gab es mal! Und für Freitag, den 14. September 2001 wurde zur Solidaritäts-Demo in Berlin aufgerufen. 


Der Aufruf auf den Internetseiten war ein gemeinsamer Aufruf aller im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien. Gerhard Schröder, Angela Merkel, Edmund Stoiber, Claudia Roth, Fritz Kuhn, Guido Westerwelle und Gabi Zimmer stehen gemeinsam unter dem Appell. 


Ich hab damals von den sechs Parteiseiten Screenshots gemacht. Es sind nur wenige Kilobyte HTML-Code. Doch die alten Homepages der Parteien erzählen heute, 25 Jahre danach, eine bemerkenswerte Geschichte - es war der Tag, als die politische Normalität für einen Moment aus den Fugen geriet. 


Auch die Form, in der die Botschaft verbreitet wurde, erzählt viel über die Zeit. Denn die SPD-Homepage ist z. B. noch eine schlichte, tabellenbasierte Internetseite mit kleinen GIF-Grafiken, „Aktuellen Pressemitteilungen“, „News“, Foren und einer langen Liste von Links. Von den heutigen sozialen Medien, Livetickern und Push-Nachrichten war das Internet damals weit entfernt.


Am Abend davor, am 10. September 2001, habe ich für die SPD noch einen Beitrag über Klaus Wowereit und "Radio Wowereit" geschrieben. Aus Trauer um die Opfer wurde der Wahlkampf in Berlin unterbrochen, Veranstaltungen abgesagt und in den Parteizentralen Kondolenzbücher ausgelegt.


Der 11. September hatte die Menschen in Deutschland, Europa und der ganzen Welt in tiefe Trauer und Bestürzung versetzt. Die SPD-Homepage vom 11. September 2001 ist deshalb für mich mehr als eine alte Internetseite. Sie ist ein digitales Zeitdokument - und ein Blick zurück auf die ersten Stunden, in denen Politik versuchte, auf ein Ereignis zu reagieren, das ihre bisherige Vorstellung von Sicherheit und Weltordnung zutiefst erschüttert hatte.